Ethik und Selbstklärung von Therapeuten I: Die Schatteneinflüsse erkennen

Ethik Heilpraktiker Therapeut

Kenntnis der ethischen Grundprinzipien

 

Das menschliche EGO hält sich von Natur aus für eigenständig und von einem höheren Schöpfungsprinzip unabhängig. Es stellt sich gegen die Eingebungen seiner inneren Führung, da es diese zumeist für nicht existent oder wenig bedeutend hält. Wer einen klaren Zugang zu seinen inneren Potentialen bekommen möchte, um ethisch einwandfreie und saubere Heil- und Beratungsarbeit zu leisten, der kommt um eine gründliche Innenschau sowie eine klare Ausrichtung seines Bewusstseins nicht herum.

 

Gerade für Sie als Heilpraktikerin, Therapeutin oder (spirituellem) Berater, Geistheiler o.a. ist es von elementarer Bedeutung, dass Sie Kenntnis von ethischen Grundprinzipien haben und diese beherzigen, dass Sie Ihre "Baustellen" gut kennen und sich in wesentlichen Punkten klären. Sie müssen nicht vollständig "geläutert" sein, um mit Klienten zu arbeiten. Aber es ist eine Grundvoraussetzung für Vertreter der Heilberufe sowie Pädagogen und für alle, die Verantwortung für das Wohl von Menschen tragen, die blinden Flecke ihrer Persönlichkeit aufzudecken und sich bewusst ihrer eigenen Heilung zu widmen.

 

Die Einflüsse der Schattenwelten sind real

 

Vielleicht sind Sie von (atheistischen) esoterischen Dogmen beeinflusst und leugnen die Existenz der Schattenwelten - sowohl innerhalb Ihrer selbst als auch außerhalb von sich. Wenn Sie dem Irrtum unterliegen, die Schattenwelten gäbe es nicht, und das Böse müsse folglich auch nicht überwunden werden, wird Ihr Unterscheidungsvermögen eingeschränkt sein. Dies erschwert Ihre persönliche Schattenarbeit, ohne welche spirituelle Erkenntnis nicht möglich ist, und Heilarbeit oder Beratung einseitig begrenzt bleiben wird. Weigern Sie sich, objektive Kriterien negativer („verneinender“) Bewusstseine zu erkennen und diese von den positiven („gott- oder lichtbejahenden“) zu unterscheiden, so sind ihre Möglichkeiten der Selbsterkenntnis eingeschränkt. Damit sind Sie manipulierbar zu Ihrem eigenen Schaden und dem Ihrer Schutzbefohlenen. Verdrängung führt Sie immer in die Sackgasse, und dort sitzen Sie in der selbstgewählten Falle.

 

 

Es besteht im wahrsten Sinne des Wortes ein "himmelweiter" Unterschied darin, ob Sie von sich behaupten, "Lichtarbeit" zu betreiben, oder ob Sie sich bewusst zu Ihrer eigenen und zur Quelle allen Seins hin ausgerichtet haben - in Kenntnis dessen, von wem oder was Sie sich damit abgrenzen. Denn das Böse hält sich per se für gut, das müssen Sie sich ganz klar vor Augen halten. Übernehmen Sie also Verantwortung und machen sich auf den Weg intensiver Innenschau, falls Sie diesen nicht schon beschreiten!

 

Psychotherapie auch für Therapeuten

 

Wenn Sie mit schweren Themen sehr belastet sind, sollten Sie sich vielleicht psychotherapeutisch begleiten lassen, damit Sie nicht in einer Negativspirale weiter abwärts gleiten. In manchen Phasen der Entwicklung kann es auch ausreichen, wenn Sie Ihre ethische Haltung intensiv prüfen und eventuell korrigieren. Dann erkennen Sie vielleicht, dass Sie Ihre Lebensgewohnheiten umstellen oder Ihre Methoden verändern oder (geistigen) Instrumente erweitern müssen. Tun Sie dies nicht, können Sie sich selbst und anderen erheblich schaden, und das möchten Sie sicherlich nicht.

 

Sich mit der eigenen Seele verbinden, um fühlfähig zu werden

 

Ich bin davon überzeugt, das zerstörerisches Verhalten eines Menschen nur möglich ist, wenn dieser nicht oder nur eingeschränkt im Kontakt zu sich selbst ist. Nur wer von seiner Seele abgeschnitten ist, ist in der Lage, anderen Lebewesen Leid anzutun. Denn wer sich selbst nicht spürt, der spürt auch nicht den Schmerz, den er anderen zufügt. Das macht ihn nicht zu einem „schlechten“ Menschen, sondern zu einem, der – auch zum Schutz anderer – mit sich selbst wieder in fühlende Verbindung kommen sollte. Kümmern Sie sich also zuerst um sich selbst, bevor Sie andere Menschen einladen, sich Ihnen zutiefst anzuvertrauen.

 

Sich vor dem Schicksal derer verneigen, die leiden wollen - und es bei Ihnen belassen

 

Ist ein Mensch nicht dazu bereit, sich seinen blinden Flecken zu stellen, so müssen wir uns vor seinem Schicksal und dem Schicksal derer verneigen, die mit ihm zu tun haben. Denn ein unerlaubter, eigenmächtiger Eingriff oder jede Art (auch gutgemeinter) Einflussnahme in den Erkenntnisprozess einer anderen Person ist inakzeptabel und verletzt das Gesetz der Freiheit. Maßnahmen zum Selbstschutz oder Hilfeleistung für Bedürftige in offensichtlichen Notfällen sind davon ausgenommen. Wir sehen selbstverständlich nicht tatenlos zu, wenn sich Jemand von der Brücke stürzen will, oder wenn eine schutzlose Person angegriffen wird, um zwei Beispiele zu nennen.

So steht es uns frei, Beratungsangebote zu machen, wir haben eine Zurückweisung aber ohne Bedauern hinzunehmen. Denn es ist nicht an uns, zu bewerten, ob und wann sich jemand über Konfliktthemen bewusst zu werden hat, die wir für klärungsbedürftig halten.

 

Starke Ablehnung oder Anziehung sind Ausschlusskriterien für Behandlung und Beratung

 

Lehnen Sie eine Behandlung ab, (sofern Sie keinen hippokratischen Eid als Arzt geleistet haben), wenn offensichtlich ist, dass keine Vertrauensgrundlage für eine therapeutische Beziehung besteht, oder andere Faktoren eine wirksame Begleitung vereiteln können oder ausschließen. Dies kann zum Beispiel auch persönliche Abneigung oder das Gegenteil, eine libidinöse Anziehung sein, welche von Ihnen oder einem potentiellen Klienten ausgeht. Dies sind Ausschlusskriterien für jegliche Art von Therapeut-Klienten-Beziehung – nicht nur aus rechtlicher Sicht. Denn in beiden Fällen kann keine emotionale neutrale Grundhaltung dem Klienten gegenüber eingenommen und beibehalten werden.

 

Hilfe zur Selbsthilfe ist das höchste Ziel von Therapie, Heilarbeit und Beratung

 

Therapeutische Interventionen und Heilarbeit sollte einen Menschen darin unterstützen, dass er sich möglichst selbst von negativen Einflüssen befreien und liebevolle Aspekte in sich entfalten kann. Die Voraussetzung hierfür ist aber, dass Sie selbst in hohem Maße geklärt und frei von Fremdeinflüssen und Manipulationen sind.

 

Nach meiner Ansicht sind Methoden und Heiltechniken zu bevorzugen, die Potentiale freilegen helfen, anstatt dem Menschen etwas aufzuerlegen. So halte ich z.B. Einweihungen für überflüssig bis schädigend. Niemand benötigt Symbole in seinem Energiesystem, um eine Verbindung zu höheren Quellen herstellen zu können. Was wir dafür brauchen, ist alles vom Ursprung her angelegt. Jede Manipulation ist eine Störung und Behinderung der ureigenen Potentialentfaltung und bekundet Misstrauen in sich selbst und seine höhere Führung.

 

Hohe Einweihungen werden je nach Seelenaufgabe und Stand der spirituellen Bewusstwerdung einer Seele von deren geistiger Führung vollzogen, welche eine Qualität haben, die der Mensch nicht eigenwillig imitieren oder gar ersetzen kann.

 

Werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht und öffnen sich beherzt allen Herausforderungen, die Ihnen begegnen. Befreien Sie Ihr System von allen Störfaktoren und bauen ein ruhiges, klares und sauberes Kraftfeld für Ihre Heilarbeit auf. Ihre Klienten werden es Ihnen danken, und Sie sich selbst sicherlich auch!

 

Lesen Sie weiter Ethik und Selbstklärung von Therapeuten II: Der Halo-Effekt

 

Autorin: Ruth Haremsa

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Matthias Kaiser (Montag, 28 Juli 2014 17:36)

    Vielen Dank für diesen Text. Ich kann dies alles nur aus der eigenen Erfahrung bestätigen. Ich freue mich auf Austausch und das erste Seminar. Herzliche Grüße und alles Gute auf dem neuen Weg.

  • #2

    Axel G. Tausch (Samstag, 05 September 2015 16:25)

    Wo vielLicht ist, ist auch (fast immer ) Schatten. Schattenarbeit ist neben der Lichtarbeit immer dann nötig, wenn der Therapeut nicht selbst erleuchtet ist und somit keinen Schatten erezugt. Das ist ein kurzer oder länger dauernder Reifeprozess, dem sich kein Behandler entziehen sollten.Anders ist vermutlich die geistliche Reifeprüfung unerreichbar.