Dissoziieren II: Wenn Sie "aus der Jacke springen"

Dissoziieren Bewusstsein

Normales Abspaltungs-Erleben im Alltag

 

Möglicherweise stecken Sie gerade mitten in einem Projekt und stehen unter Zeitdruck. Dabei blenden Sie körperliche Signale wie Hunger, Durst und Schmerz aus, denn Sie haben nur noch das nahende Ziel vor Augen. Inbrünstig beschäftigt ignorieren Sie also Ihre Außenwelt weitgehend. Und wenn Sie angesprochen werden, antworten Sie sogar. Die Inhalte dessen, was Sie gefragt worden sind, erreichen Sie aber überhaupt nicht.

 

Sie werden jäh aus Ihren Gedanken gerissen, wenn die Umwelt wütend auf Sie reagiert, weil Sie nach fünfmaliger Aufforderung immer noch nicht zum Abendessen erschienen sind, oder das Gegenteil von dem tun, was Sie kurz vorher geistesabwesend Ihrem Gegenüber zugestanden haben.

 

Alltägliche Wachtraum- oder Astralreise 

 

Erinnern Sie sich daran, wie Sie sich als Schüler im Unterricht gelangweilt haben, und Ihr Bewusstsein dabei in den Hintergrund getreten ist? Ähnliches erleben Sie, wenn Sie in einem fahrenden Zug sitzen und sich plötzlich dessen bewusst werden, dass Sie die letzten Minuten gar nicht richtig anwesend waren. Sie können im ersten Moment nicht einschätzen, wie viel Zeit inzwischen vergangen ist, denn Sie haben sich geistig auf eine "Astralreise" begeben. Doch dazu später mehr.

 

Durch Hypnose verlassen Sie Ihre bewusste Erlebnisebene

 

Wenn im Rahmen psychotherapeutischer Sitzungen Hypnosetechniken eingesetzt werden, werden Sie als Patient zeitweilig aus Ihrer bewussten Erlebnisebene herausgeführt, damit Sie von außen Ihre Gedanken und Gefühle bewertungsfrei betrachten können. Sie nehmen zwar weiterhin wahr, was um Sie herum geschieht, aber Ihr Unterbewusstsein tritt dabei in den Vordergrund. Dies können Sie sich zunutze machen, um an verdrängte Bewusstseinsinhalte heranzukommen, sofern Ihr Unterbewusstsein Ihnen den Zutritt hierzu gewährt.

 

 Der Geist formt die Materie

 

Müssen Sie sich einer Operation unterziehen und eine Vollnarkose erhalten, so „verlieren“ Sie zumeist Ihr Bewusstsein. Natürlich verlieren Sie es nicht wirklich, da die Existenz Ihres Bewusstseins nicht vom physischen Gehirn abhängig ist, sondern umgekehrt - denn der Geist (in)form(ier)t die Materie.

 

Der therapeutische Nebel: wenn das Trauma getriggert wurde

 

Ähnlich wie in der verursachenden Trauma-Situation kann Sie in psychotherapeutischen Sitzungen ein therapeutischer Nebel überkommen, wenn es "an's Eingemachte" geht; d.h. ihre Wahrnehmung ist für den Moment stark eingeschränkt, und Sie verlieren kurzfristig den Bezug zu sich und zur Umwelt. Ihr Trauma wurde "getriggert", und Sie reagieren, als wären Sie aktuell bedroht - mit geistiger Flucht.

 

Das Zellgedächtnis erinnert psychogene Schmerzen

 

Möglicherweise sind Sie sich keines traumatischen Ereignisses bewusst, es erinnert sich aber Ihr Körper, der die Erfahrung sinnlich wahrgenommen und abgespeichert hat. "Psychogene Schmerzen" sind im „Zellbewusstsein“ verankert, und können zu einem späteren Zeitpunkt erneut ausgelöst werden.

 

Auch karmische Ereignisse und Belastungen aus früheren Leben können aktuellen Schmerzen und Krankheiten zugrunde liegen. Diesen Beschwerden kann über "Energetische Körperpsychotherapie" oder im Rahmen einer "Rückführungstherapie" möglicherweise Abhilfe geleistet werden.

 

Leiden unter Fremd-Traumen

 

Leiden Sie unter den Folgen eines Traumas, welches Sie nur indirekt betrifft, da sie es "nur" beobachtet haben? Dann haben Sie vielleicht den Schmerz einer anderen Person übernommen. Dies kann die gleichen Auswirkungen haben, als wenn Sie selbst das Opfer wären. Und in der Form "erinnern" Sie es auch und leiden unter den Folgen.

 

Stress-Energie ist für Jeden wahrnehmbar, doch nicht jeder kann damit umgehen. Deswegen ist es z.B. so wichtig, dass Sie Kindern keine Gewaltfilme zeigen. So manches schwere Trauma ist durch das Fernsehen ausgelöst worden. Und sehr sensitive Menschen verkraften zerstörerische Energien nicht, die durch solche Filme in den Äther gesendet werden.

 

Nahtoderfahrung - das Bewusstsein wechselt die Seiten

 

Weitere Beispiele für besonderes Abspaltungs-Erleben sind komatöse Zustände und Nahtoderfahrungen. Durch einen schweren Unfall ist der Betroffene für kurze Zeit tot. Er ist nicht wirklich tot, da seine Energiekörper sich noch nicht ab- und aufgelöst haben, denn dieser Prozess dauert Tage bis Wochen. Aber sein „Astralleib“ hat den physischen Körper für den Moment vollständig verlassen. Das Bewusstsein des Menschen kann sich nun von außen betrachten; oft sieht es den eigenen Körper in der Unfallsituation. Vielleicht haben die physischen Organe bereits ihren Geist aufgegeben, und aus medizinischer Sicht wurde der Tod bescheinigt.

 

In diesem Zustand ist es aber durchaus möglich, dass die Seele sich entscheidet, noch nicht das „Zeitliche zu segnen“, und so kehrt sie zurück in den Körper. Denn Sterben ist ein Prozess mit vielen Wandlungsphasen, den die Seele in hohem Masse mitgestaltet.

 

Die Energiekörper des Menschen

 

Der Mensch hat neben seinem grobstofflichen Körper weitere Energiekörper, die jeweils unterschiedliche Funktionen erfüllen. Diese Körper sind stufenweise nach außen hin weniger verdichtet und sind ähnlich wie Matroschka-Puppen angeordnet, jedoch durchdringt ein äußerer jeweils den darunter liegenden Energiekörper.

 

Der Ätherkörper oder Vitalkörper ist dem Körper, den wir als Physis wahrnehmen, am nächsten. Er kann als Träger der Lebenskraft verstanden werden und ist mit dem Nervensystem der Physis eng verflochten. Dieser löst sich im Sterbeprozess zuletzt ab, und erst dann beginnt der organische Verfall des materiellen Körpers. Diesem folgt der Astral- oder Traumkörper, der in engem Verbund mit dem Ätherleib steht und oft mit diesem verwechselt wird.

 

Daneben haben wir noch einen Mental- sowie einen Emotionalkörper, in denen jeweils geistige Inhalte und Gefühle gespeichert sind. Ein weiterer, der Kausalkörper, speichert sämtliche Erlebnisse aus allen Leben, welche von geübten Menschen medial erfassbar sind. Es gibt noch weitere Energiekörper, aber ich erwähne an dieser Stelle nur diejenigen, die für unser Verständnis von Krankheit und Heilung besonders wichtig sind.

 

Die Astralreise: Das Phänomen der Dissoziation aus energetischer Sicht

 

Für jede Art von Abspaltungs-Erleben ist der Astralleib von besonderer Bedeutung. Er kann sich je nach Anlass aus dem Gefüge der Energiekörper besonders leicht lösen und wieder zurück kehren. Bei einem Trauma geschieht dies unmittelbar, wie wir bereits gehört haben. Dabei spalten sich unter Umständen Seelenanteile ab, die später zurückgeholt werden müssen, manchmal aber auch von selbst zurück kommen.

 

Der Schamane reist in die Anderswelt

 

Ein Schamane nutzt die Eigenschaft des Astralkörpers, in dem er sich mit ihm bewusst auf die "Schamanische Reise" durch Raum und Zeit begibt - in die "Anderswelt". Hier wird die Physis willentlich verlassen, und der „Astralreisende“ bleibt dabei völlig bewusst. Eine solche Reise wird zielgerichtet durchgeführt, sie ist an einen bestimmten Zweck gebunden und zumeist von einem Klienten beauftragt worden. Dies kann das Zurückholen eines Seelenanteils sein, eine persönliche Heilreise oder es können astrale Wesenheiten an bestimmte Orte begleitet werden u.v.m.

 

Schamanisch Praktizierende können auch zu divinatorischen Zwecken reisen, um Informationen aus höheren Astralwelten zu erhalten. Die geistig-spirituellen Ebenen können auf diesem Wege aber nicht erreicht werden. Eine Astralreise ist also keinesfalls die einzige oder beste Methode, um Erkenntnisse der höheren Welten zu erlangen.

 

Das Zurückholen von Seelenanteilen als ergänzende Behandlung von Trauma-Symptomen

 

Bei einer schamanischen Rückholung von Seelenanteilen muss dem Klienten nicht mitgeteilt werden, aus welcher Situation der Anteil befreit wurde. Hierüber entscheiden der Klient, der Praktizierende, aber allen voran die geistigen Führer, welche die Arbeit ermöglichen und begleiten. Oftmals werden die Inhalte jedoch vom Klienten in irgendeiner Form erinnert oder erspürt.

 

Heilprozesse verlaufen auf verschiedenen Ebenen synchron: Wenn der Patient bereit ist, das Trauma zu verarbeiten und loszulassen, erhält er auch entsprechende Informationen zum Thema, um die energetischen Blockaden lösen zu können. Die kognitive Erkenntnis auf der mentalen Ebene ist nur eine mögliche Erkenntnisebene, die in konventionellen Therapien aber häufig als einzige bedient wird.

 

Nicht jedes Trauma muss erinnert werden, um es zu überwinden

 

Sollen die Umstände des Traumas dem Betroffenen nicht mitgeteilt werden, da es für den Heilprozess nicht nötig ist oder gar hinderlich wäre, so erfährt der Klient die Vorteile einer Seelenrückholung trotzdem in vollem Umfang, denn durch die Rückkehr persönlicher Energie erstarkt die Lebenskraft, und die Selbstheilungskräfte werden angeregt - Sie fühlen sich befreiter und können klarer denken. Na, wenn das kein Ziel ist!

 

Autorin: Ruth Haremsa

 

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Kommentare: 2
  • #1

    SC.S (Dienstag, 05 Dezember 2017 13:46)

    Hallo liebe Frau Haremsa,
    ich bin Ihnen sehr dankbar über Ihre tollen "Erklärungen"...sehr verständlich beschrieben!
    Schade ,dass Sie so weit weg sind....ich würde Sie sehr gerne regelmässig kontaktieren bzgl.Traumatherapie!
    Ich wünsche Ihnen alles Gute!
    Vlg.

  • #2

    Ruth Haremsa (Dienstag, 05 Dezember 2017 15:55)

    @SC.S: Hallo und herzlichen Dank für den freundlichen Kommentar; schön, dass Sie etwas mit dem Artikel anfangen können. Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie Jemanden in Ihrer Gegend finden, von dem Sie sich gut begleitet fühlen in Ihrem Heilprozess!
    Herzliche Grüße und auch für Sie alles Gute auf Ihrem weiteren Lebensweg!