Die Jagd nach der Mutter-Essenz I: Rituelle Ausbeutung sexueller Energie im Namen von Tantra, Yoga und Magie

Tantra Yoga Magie

Gesellschaftlich verankerter Sexismus

 

Mit diesem Artikel möchte ich keine Generalanschuldigung gegen die von mir sehr geschätzte Männerwelt erheben, sondern auf den gesellschaftlich fest verankerten Sexismus, sowie die Hintergründe und Methoden der Unterdrückung und Ausbeutung weiblicher Schöpferkraft aufmerksam machen. Diesen "normalen" Verhaltensstrukturen kann man(n) sich nur durch bewusste Ausrichtung entziehen, und dies zu tun möchte ich mit dem folgenden Text anregen.

 

Wir leben ganz offensichtlich in einem Zeitalter fortgesetzter Diskriminierung von Frauen, und mir erschließt sich nicht, weshalb viele Formen alltäglicher Objektivierung und Reduzierung von Frauen auf Äußerlichkeiten und traditionelle, gesellschaftlich anerkannte Funktionen von vielen "emanzipierten" Männern sowie auch von vielen Frauen selbst nicht als Missstände erkannt und überwunden werden.

 

 Sexismus - die Jagd nach der Mutter-Essenz

 

Sexismus entsteht aus Angst vor der weiblichen Schöpferkraft, sowie dem Drang, sich diese für eigene Zwecke nutzbar zu machen. Aus ähnlichen Gründen werden auch Spirituelle und Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten in den westlichen Nationen vorgeführt: weil erweiterte Wahrnehmungsfähigkeiten sowie Schöpferkraft Möglichkeiten der Befreiung aus geistiger Knechtschaft darstellen, was seitens der männerdominierten Machtelite nicht erwünscht ist. Deswegen sind mannigfache Methoden entworfen worden, die "Mutter-Essenz" als wichtiger Energie- und Heilquelle zu beherrschen, abzuziehen und zu missbrauchen.

 

Heute schließt der Begriff "Sexismus" neben der systematischen Unterdrückung von Frauen die Diskriminierung von Menschen mit "von der Norm abweichendem Geschlecht oder sexueller Ausrichtung" mit ein.

 

Neben dem verdeckten bis offenkundigen Ausschluss von Frauen aus Machtpositionen sind psychische Unterdrückungsmechanismen wie das lächerlich Machen und Verunsichern von Frauen, das Erzeugen von Schuldgefühlen und schlechtem Gewissen gleichermaßen beliebt und effektiv - um nur einige zu nennen. Intelligente und spirituelle Frauen sind besonders begehrte "Objekte", weil von ihnen Gefahr ausgeht, und weil bei Ihnen viel Energie zu holen ist.

(Kanzlerin Merkel ist hier kein überzeugendes Gegenbeispiel, denn sie ist nicht nur von ihrer weiblichen Kraft abgeschnitten, sondern von dem Großteil ihrer Seelenenergie – eine Untote, wie die meisten Politikerinnen und Politiker, um es ganz deutlich zu sagen).

 

Der weibliche Körper ist in den meisten Fällen ein stärkerer Kanal für die Mutter-Essenz, als der männliche. (Zu "Gender-Fragen" möchte ich mich an dieser Stelle nicht äußern, da ich dazu noch einige Forschungen anstellen möchte). Der weibliche Körper sowie das weibliche Energiesystem sind relativ leicht zu missbrauchen, da die kollektive Unterdrückung des Weiblichen Prinzips in den meisten "Weltkulturen" seit "anno dazumal" verankert ist.

 

Klassischer Tantrismus und tantrische Sekten

 

Ich selbst stehe esoterischen Lehren und vor allem jeder Form von Gurutum ablehnend gegenüber, und möchte nachfolgend nicht für den Tantrismus in die Bresche springen. Weshalb ich dieses Kapitel behandele, hat folgenden Grund: Die menschliche Sexualität ist machtvoll - und über Jahrtausende hinweg bis heute "Gegenstand" von Spiritualität und Macht(missbrauch). Deswegen taucht das Thema Sexual-Magie auch immer wieder in Sitzungen zur Lösung karmischer Blockaden und Seelenheilung auf.

 

Ziel des klassischen Tantras war es, Macht über dämonische Kräfte und damit weltliche Macht zu erhalten. Ursprünglich war es der Staatsmacht vorbehalten, seine magischen Praktiken anzuwenden, um dadurch den Status eines Herrschers zu sichern.

 

Ziele des späteren hinduistischen Tantras sind überdies das Erlangen übernatürlicher Kräfte und Erleuchtung sowie der Vereinigung mit dem Göttlichen.

Der "Shaktismus" ist eine von mehreren hinduistischen Formen der Gottesverehrung. Im Zentrum dessen steht die Anbetung der Göttlichen Mutter, welche als Ausdruck der schöpferischen Kraft Gottes gilt. (Diese Haltung hat sich gesamtgesellschaftlich in Indien offenbar nicht durchgesetzt - dem bedauerlichen Anti-Status von Frauen dort nach zu urteilen).

 

Tantrische Grundsätze haben Einzug in zahlreiche hinduistische Sekten gehalten, die auch im Westen beliebt sind. Ihnen geht es vor allem darum, dass der Einzelne sein Verhältnis zur obersten Gottheit erkennen möge. Die materielle Sinneswelt wird als positiv angesehen und bewusst genutzt, um sich mit dem Göttlichen zu vereinen. Innerhalb strenger hierarchischer Grenzen erklimmt der Adept die esoterischen Stufenwege, auf denen er von seinem Guru unterwiesen wird.

 

In der Praxis kommen Methoden wie Ritual-Magie, die körperlich-sexuelle Vereinigung, das Rezitieren von Mantras, die Anwendung von Symbolen in Meditation sowie das Visualisieren magischer Inhalte zur Anwendung. Steht im klassischen Tantra die körperliche Sexualität eher im Hintergrund, so wird innerhalb der einzelnen Sekten den Sexualpraktiken unterschiedliche Bedeutung beigemessen.

 

Kundalini-Yoga - das Erwecken der "Schlangenkraft"

 

Das auch im Westen beliebte Hatha-Yoga sowie das Kundalini-Yoga sind aus der Lehre tantrischer Praktiken entstanden. Durch Übungen des Kundalini-Yoga soll die als Kundalini-Schlange an der unteren Wirbelsäule zusammengerollte ätherische Kraft des weiblichen Prinzips im Menschen erweckt und gelenkt werden, um sich mit dem männlichen Energieprinzip im Kronenchakra zu vereinen. Dies ist nicht ungefährlich, da die einmal entfachte Kundalini sich ihren Weg bahnt und nur schlecht zu kontrollieren ist. Wird sie leichtfertig und unsachgemäß aktiviert, drohen mitunter schwere psychische und körperliche Schäden.

 

Neben der Gefahr energetischer und psychischer Entgleisung kann ein kompletter Ich-Verlust drohen, wenn sich Jemand zu sehr in diese Strukturen einbinden lässt. Mir ist bekannt, dass einige "moderne" Kundalini-Yoga-Zirkel die komplette Unterwerfung ihrer Anhänger fordern. Das geht soweit, dass diese einer Heirat mit einem unbekannten Partner zustimmen müssen, den die "Führungselite" für sie ausgewählt hat. Missbrauch und geistige Vereinnahmung in Reinkultur!

 

Rituelle Ausbeutung sexueller Kräfte durch Schwarz-Magie

 

Seit jeher wurde die menschliche Sexualität als Kraftquelle genutzt, denn die darin enthaltene Schöpfer-Energie ist immens. In Sitzungen zur Lösung karmischer Themen stoße ich des Öfteren auf traumatisierte Seelenanteile, die sexual-magisch gebunden wurden, oder sich selbst gebunden haben.

 

Wir haben romantisierte Vorstellungen von "tantrischen Priesterinnen", dem Akt "spiritueller Selbsteinweihung" als Paar, dem gemeinsamen Channeln von Informationen während der sexuellen Vereinigung und so weiter. In den meisten Fällen entbehren diese Szenen aber jedweder Romantik und sind durchdrungen von Missbrauch, Versklavung und Verstrickung mit den Seelen der "Schirmherren" sowie etwaiger Blutopfer. Die Auswirkungen dieser abgespeicherten traumatischen Erfahrungen gipfeln im aktuellen Leben oftmals in verschiedenen Formen unglücklicher, teils destruktiv gelebter oder blockierter Sexualität.

 

Der Einfluss des A. Crowley auf Kultur und Esoterik

 

A. Crowley ist einer der bekanntesten Schwarzmagier des letzten Jahrhunderts. Seine Lehre ist durchdrungen von einer zutiefst sexistischen und menschenverachtenden Grundhaltung, dennoch erfreut er sich noch heute einer auffälligen Beliebtheit. Sein Geist hat Menschen unterschiedlichster kultureller Disziplinen nachhaltig beeinflusst, wie zahlreiche Musiker, Schauspieler und andere Künstler. Diverse Logen und Sekten gründen auf seinen Thesen, die denen des deutschen Diktators des Dritten Reichs in ihren zentralen Ansichten in nichts nachstehen. Seinem Einfluss unterstanden nicht nur mörderische Sekten, die in den Sechziger Jahren traurige Berühmtheit erlangten, sondern noch heute inspiriert er bestimmte einflussreiche psycho-magische Gruppierungen.

 

Das Wirken des schwer drogensüchtigen Crowleys war von sexueller Ausbeutung und sadistischen Blutopfer-Ritualen durchzogen, und er nutzte vor allem die Energie des Orgasmus zur Aufladung und Besiegelung schwarzmagischer Rituale zum Zwecke der Steigerung persönlicher Macht und materiellen Besitzes. Unter anderem sind verklärte Restbestände seiner Vermengung ritueller Sexualpraktiken mit dem Begriff des "Tantra" in die "moderne Esoterik" eingeflossen. Dies hat mit dazu beigetragen, dass das landläufige Verständnis von Tantra diese umfangreiche Lehre heute zumeist auf Praktiken zur Steigerung der Orgasmusfähligkeit reduziert.

 

Das "Crowley-Tarot" wird neben populären Engel-Kärtchen in jedem "gutsortierten“ esoterischen Buchladen feilgeboten - denn auch hier herrscht einzig das Gesetz der Wirtschaftlichkeit. Dass sie sich jedes Mal mit dem kranken Geist des Urhebers verbinden, wenn sie die Karten verwenden, machen sich die Wenigsten bewusst.

 

Lesen Sie hier den zweiten Teil: Die Jagd nach der Mutter-Essenz II: Alltägliche Diskriminierung und astrale Ausbeutung weiblicher Sexual-Energie

 

=> Vielleicht interessiert Sie die Veranstaltung Frauenheilkreis - Heilung der weiblichen Spiritualität

 

Autorin: Ruth Haremsa

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Philipp Horst (Mittwoch, 24 September 2014 14:19)

    Schönes Thema. Wie sieht eine aus spiritueller Sicht gesunde Sexualität aus?

    Da gibt's ja die einen Lager, die behaupten die sexuelle Energie ist kostbar und sollte nicht/selten durch Sex beansprucht werden. Dann gibt es wiederum das andere Lager, welches behauptet, jede Enthaltsamkeit sei die energetische Kastration von Religion und Glaubenssystem. Daher solle sie doch ungehindert ausgelebt werden.

    Dazu schließt sich natürlich weiterhin an, ob sexuelle Energie nur in der Sexualität zum Ausdruck kommt, oder ob diese auch anderweitig genutzt werden kann?

    Fragen über Fragen - Danke vorerst,
    P. Horst

  • #2

    Ruth Haremsa (Donnerstag, 25 September 2014 14:23)

    Lieber Herr Horst,
    zu Ihrer ersten Frage: Ich möchte mir keine Definition zu einer "aus spiritueller Sicht sauberen Sexualität" anmaßen, denn Sexualität ist und bleibt eine sehr persönliche Angelegenheit, die Jede/Jeder für sich selbst gestalten und bewerten mag. Tiefe Liebe und echtes Vertrauen bilden aber meiner Ansicht nach die beste Grundlage für "gesunde" Sexualität.

    Zum zweiten Punkt: Es ist mir ein Anliegen, interessierte Menschen dafür zu sensibilisieren, dass sie noch besser auf sich - ihre Lebenskraft und seelische Integrität - aufpassen möchten. Dafür weise ich bei Gelegenheit auf gewisse Dinge hin, welche ich als Missstände ansehe :-) Ich bin allerdings weit davon entfernt, Jemandem vorschreiben zu wollen, ob und wie oft er oder sie sich sexuell betätigen soll.....

    Zur dritten Frage: Ganz bestimmt kommt sexuelle Energie auch anderweitig zum Ausdruck......wie? FInden Sie's für sich heraus!